Kneipentouren in München

Ausführliche Infos zur Feierei in München

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Bla Blah Blah – Münchener Meinungen Mal Anders

In dieser Kolumne haben veschiedene Schreiberlinge die Möglichkeit ihre Erfahrungen, Gedanken, Ideen und Meinungen zu teilen. Neue Autoren sind immer more than welcome!

Das Münchener Frühlingsfest – Eine Freakshow der besonderen Art

Sexomania – Von der neuen Offenheit der Sexualität

Hassobjekt der Woche: Das Wiesn-Plakat 2012

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Sexomania – Von der neuen Offenheit der Sexualität

Autor(in): die wilde Ilse

Sitze ich, weiblich, neulich mit 2 Freunden, männlich, beim etwas besseren Italiener zu köstlicher Fleischpeitsche und teurem Rotwein. Das Ambiente klassisch bis italienisch romantisch, das Publikum sophisitcated, Alters“durchschnitt“ von 30 bis 60 Jahre.

Vor noch 10 Jahren hätten wir uns vermutlich über das letzte Konzert von XY unterhalten, den nächsten Urlaub und was am Wochenende so ansteht.

Worüber wir uns neulich unterhalten haben?

Analverkehr.

Wer’s schon gemacht hat, wer noch nicht, was daran toll ist, was Frau wohl davon hat. Das die verrückte Bekannte und gelegentliche Bettgespielin meines Gegenübers total drauf steht und es kommt die sagenumwobene Geschichte auf, als ein Kumpel von uns auf dem stillen Örtchen eines ebenso sagenumwobenen Clubs unserer Hauptstadt eine nahezu Fremde gefistet haben soll. Mal ganz abgesehen von dem Dreier mit der 48-jährigen.

Ab und zu ein Blick über die Schulter um zu checken, ob die Nachbartische einen hören. Aber eigentlich ist es uns mehr als egal. Und als das Pärchen vom Nachbartisch zum Gehen aufsteht und die fremde Frau uns grinsend mit einem „Ciao“ verabschiedet ist auch klar, das wir nicht zu überhören waren. Scham? Bullshit!

Woher kommt’s?

Und das geht nicht nur mir und meinen Freunden so. Egal mit wem man sich trifft, wo man hinhört oder welche Statusnachrichten oder „SMS von gestern Nacht“ man liest – sex is in the air. Und zwar mit dem Telegraphenmast in your face!

Woher kommt’s? Vielleicht liegt’s an der aktuellen Entwicklung zur Partygesellschaft?

Auf geht’s ab geht’s…

In den Großstädten gibt es heutzutage immer was zu Feiern. Und das nicht mehr nur Freitag und/oder Samstag. Inzwischen auch gerne Sonntags. Tanzen statt Tatort! Wo war ich eigentlich in der Nacht von Freitag auf Montag?? Die After Work Parties unter der Woche nicht zu vergessen und irgendein Club hat eh jede Nacht bis 6h morgens auf. Wo hemmungslos in sich hinein geschüttet wird fallen auch eben diese. Und zackarsch wacht man neben jemand Fremden auf. Dank moderner Technik wird dies auch umgehend inkl. aller Details an den halben Freundeskreis kommuniziert. Der eine rühmt seine Heldentaten, der andere kommentiert Geschehens nur mit „oh fuck“. Aber kommuniziert wird beiderlei, ohne jedwede Hemmung.

„Männer sind…und Frauen auch…!“

Oder  liegts an der Aufklärung unserer Generation? Das Sex kein Tabuthema mehr ist begann spätestens in den 68ern. Aber obwohl z.B. meine Eltern in dieser Zeit aufgewachsen sind, war diese Offenheit noch Lichtjahre entfernt davon, wie unsere Großeltern aufgewachsen sind. Dementsprechend war der Heranwachsende, der nicht gerade halbnackt mit Joint auf der Lippe für den Frieden gesungen hat, entsprechend eingeschüchtert von dem was da geschieht und zu Hause wurde aber sowas von absolut nicht darüber gesprochen.

Ganz anders meine Erziehung. Spätestens Ende der 80iger erfreute sich die Bravo breiter Popularität und Akzeptanz. Wie gerne erinnere ich mich da an so manchen Sonntagmorgen, an dem ich mit Muttern im Bett entsprechendes Blatt durchstöbere und gluckend lese „Lieber Dr. Sommer, mein Sperma ist dickflüssig und gelb. Was stimmt da nicht?“ True story.

Das Muttern im Zuge dieser Offenheit später dann gerne mal Sätze anfängt wie: „Also das Körperliche ist ja sowas von wichtig in einer Beziehung. Dein Vater und ich zum Beispiel…“ AAAAAAAAHHHHHHHH! Mexikoooooo!

Da siehts plötzlich zappenduster aus mit der Offenheit. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

Von Sex in der Stadt und anderen feuchten Gebieten

Zu guter Letzt die immer gern verurteilten Medien als mögliche Ursache.

Angefangen bei angedeuteter Serie, die der Frau von heute zu solch sexueller Offenheit verholfen hat das es nur so kracht, über „Wa(h)re Liebe“ und Fokus TV zum Thema „Neulich im Swingerclub“, bishin zu Roche’s „Feuchtgebieten“, dank welcher mir beim Avocado entkernen neuerdings der Appetit vergeht.

Man wird überschüttet mit Brüsten und Penissen, Sextoys und Stellungen, und das auf allen Kanälen. Vom Internet will ich gar nicht erst anfangen. Da ist schon lange Polen offen. Jeder meint, er muss seinen Senf dazugeben und aus dem Nichts betitelte „Sexperten“ übertrumpfen sich gegenseitig mit Tips zur absoluten oralen, vaginalen, analen und wo man nicht sonst noch überall was reinstecken kann – Befriedigung.

Wenn man nicht zu Selektieren weiß, kann die Wirkung schnell überfordern und abturnen. Mit dem richtigen Blickwinkel kann man aber auch recht nützliche Informationen gewinnen.

Sex and the future

Am Ende bleibt es wie immer jedem selbst überlassen wie freizügig man ist und wieviel man hören und mitteilen will.

Ich denke aber, dass das Thema „Sexuelle Frustration“ in Zukunft endlich ad acta gelegt werden kann wenn man u.a. Beziehungen betrachtet. Da werden gemeinsam Artikel gelesen und Links verschickt um dem gemeinsamen Akt zu mehr Befriedigung zu verhelfen. Man spricht offen über alles und die bisher geheimen dreckigen Phantasien müssen nicht länger geheim bleiben. Das hat durchaus sein Gutes.

In diesem Sinne, und um den einzig sinnvollen Satz der Bibel zu verwenden,

Gehet hin und mehret Euch!

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Hassobjekt der Woche: Das Wiesn-Plakat 2012

Autor(in): die wilde Ilse

Was zum Henker?! Ist das … das kann doch nicht…bitte?!?!

Hektisch blättere ich im Artikel zum diesjährigen Oktoberfestplakat hin und her und überfliege ihn gezielt nach Hinweisen, ob DAS das finale Wiesnplakat sein soll oder bitte nur ein erster Entwurf.

Nein, ich werde fassungslos stehen gelassen mit der Gewissheit, dass die sogenannte „Fachjury“ sich einstimmig für den Entwurf von Björn Maier entschieden hat.
Das dümmlich kindlich grinsende Münchner Kindl jongliert mit kulinarischen Symbolen, die da für das Oktoberfest stehen. Und so wird es, abgesehen von Plakaten und Broschüren, weltweit von tausenden Maßkrügen und Stamperln grinsen.
Da frage ich mich ernsthaft, woraus diese Fachjury denn besteht? Aus Kindergärtnerinnen und Kaninchenzüchtern? Hierzu finde ich ein Interview mit dem Juryvorsitzenden, dem Stadtrat Mario Schmidbauer (Foto). Das Motiv müsse „natürlich gut ankommen und auch gut vermarktbar sein“, sagt der Mario. „Und mit dem Münchner Kindl,…,hat eben alles gepasst“
Ähm, aha. Von den jährlich ca. 1,1 Mio Besuchern aus dem Ausland weiß wahrscheinlich nicht Einer, wer oder was das Münchner Kindl überhaupt ist. Genausowenig wie die restlichen ca. 39% die nicht aus München kommen. Ja ich wage sogar zu behaupten, dass es einige Münchner gibt, die nicht wissen, dass es existiert. Es wird ihnen regelrecht am Arsch vorbeigehen. Eher werden sie sich fragen, was der bekiffte Sensenmann auf der Wiesn zu suchen hat.
Gut, wenn ich mir den Stadtrat Schmidbauer so ansehe wundert mich die Entscheidung nicht mehr so sehr. In seiner Welt (und diese steht vermutlich für die ganze Jury) ist die Wiesn ein fröhliches Zusammentreffen von Familien aus aller Welt, die Karussell fahren und dazu Hendl und gebrannte Mandeln schnabbulieren.
Lieber Stadtrat, ich zerschmettere Ihre Welt nur ungern mit dem Dampfhammer der Realität aber die Wiesn sieht eher so aus: München kotzt.
Alljährlich robben volltrunkene Dirndl und Lederhosn aus aller Welt dem Koma nahe den Hügel zur Bavaria rauf und runter, stinken nach Schweiß, Bier und Erbrochenem und tun dies auch überall, wenn es sie überkommt. Alljährlich torkeln 1000ende Italiener, Holländer und Amerikaner im Bierilium über die Theresienwiese und dies (zum Glück) ohne ihre Kinder. Generell würde ich meine Kinder nie in diese Vorhölle schleifen, denn sie werden entweder zertreten oder vollgekotzt.
Wenn Sie, lieber Mario Schmidbauer , das nicht wahrhaben wollen, sehen sie selbst: München kotzt

Dieses Plakat macht als Werbemaßnahme für das Oktoberfest ebenso viel Sinn wie für den Ballermann.
Hingehen werde ich trotzdem. Trinke aber vorher sicherheitshalber ein bis acht Schnaps!

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