Kneipentouren in München

Ausführliche Infos zur Feierei in München

Kneipentouren in München - Ausführliche Infos zur Feierei in München

†† Das BOAZNSTERBEN ††

Die anfangs schleichende Gentrifizierung hat München voll erwischt. Nach und nach wird ein Viertel sukzessive von Investoren saniert und an finanzstarke Unternehmen und Immobilienspekulanten verkauft. Es entstehen immer mehr „exklusive“ Luxuswohnungen in „Toplage“, die der Stadt München einerseits eine Menge Geld, moderne, junge, gutverdienende Menschen bringen aber auf der anderen Seite mit einem kulturellen Identitätsverlust einhergehen.

Immer mehr Anwohner der früheren Arbeiter- und Scherbenviertel können ihrer Miete nicht mehr nachkommen, werden aus ihren Häusern vertrieben und müssen an die Stadtränder ziehen. Und das betrifft natürlich neben den Anwohnern auch die ansässigen Boazn und Stüberl, die nun nicht mehr ins „neue“, „moderne“ Stadtbild passen und durch Gentrifizierungsprozesse ihr Klientel verlieren oder schon verloren haben.

Die frappierende Folge ist neben dem Verlust der einheimischen Bevölkerung auch eine zunehmende Homogenisierung des Stadtbildes. Ein Latte-Macchiato-Laden reiht sich an den nächsten und klaut dem „Vierteltypischen“ seinen Charme und seine Identität.

Für alte Boazn und deren Gäste ist in dieser neuen Welt kein Platz mehr!

Dafür umso mehr für Cappuccino-schlürfenden Jungmütter und Hipsters, die sich dann auch noch über den Lärm vor ihren Wohnungen beschweren und damit für einen weiteren Zwist sorgen und eine gesellschaftliche Spaltung fördern.

Die Boazn sind Ende des 19 Jahrhundert mit dem rasanten Wachsen der Stadt vermehrt in den Arbeitervierteln entstanden und gaben dem Stadtteil sein auch nicht immer schnörkelloses Gesicht. So gab es im Schlachthofviertel typische Metzger-und Großmarktkneipen und in Sendling typische „Handwerker-Stüberl“.

Viertel für Viertel wird nun modernisiert und „verlangweilt“. Nachdem das Glockenbachviertel schon sein Gesicht vor langer Zeit verloren hat, sind nun Giesing, Haidhausen, das Westend und die Au bedroht.

Das Glockenbachviertel (ehemalige Arbeiter- Schwulen- und Studentenviertel) ist völlig verhunzt und liegt mit seinen Miet- und Kaufpreisen auf europäischen Rekordlevel (Ein Quadratmeter kostet bis zu 20.000 €!). Alteingesessene Ateliers, Bars, Clubs, Variete-Theater mussten Platz machen für Werbeagenturen und Architekturbüros.

Auch wenn Oberbürgermeister Christian Ude sich doch mal in Gertis bedrohtes Fraunhofer Schoppenstube blicken ließ, hat dies keinen nachhaltigen Effekt. Das kultige Schoppenstüberl wird schließen müssen wenn die, vermutlich durch Ude angeleierte,  „Pseudo-Mietverlängerung“ von sechs Monaten ausläuft – Das Gebäude soll für Büroräume genutzt werden.

“Die reißen mir mein Herz heraus“, meint Gerti (seit 39 Jahren Wirtin des  Schoppenstüberl)

Das Schoppenstüberl ist neben der legendären Schwabinger Sieben nur ein weiteres Beispiel von zahlreichen Schließungen. Ob es dort auch so einen Knall gibt, ist zu bezweifeln.

Was kann man tun?

Ohne in die Kommunalpolitik gehen zu müssen, kann man beispielsweise damit beginnen, die alten Traditionswirtschaften, Stüberl und Boazn durch einen Besuch zu unterstützen oder neue hippe Läden, bei denen ein Hauptgericht schon mal 50 € kostet, meiden. Schick Essen, kann man auch in anderen Vierteln (Lehel, Schwabing und Co.)

Verhindert das BOAZNSTERBEN!

Der BOAZNFRIEDHOF:
  • Burg Pilgersheim
  • Extrawurst
  • Kärtner Stuben
  • Pilshahn
  • Grandauer Fassl
  • Giesinger Garterl
  • Giesinger Heiwoog
  • Extrawurst
  • Hartz IV
  • Cafe Bar OK
  • Salzburger Grill
  • Inges Karotte 
  • Weißbierstadel
  • und viele meh
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