Kneipentouren in München

Ausführliche Infos zur Feierei in München

Kneipentouren in München - Ausführliche Infos zur Feierei in München

Münchens zweiter Boaznführer erscheint bald!

Anlässlich der bevorstehenden Publikation des jetzt schon zweiten “Boazn Guides “ MUNICH BOAZN ” (erscheint im Sommer 2013 beim volk-Verlag) stellen wir nun diese kleine Bücherreihe vor.

Boazn München

Maximilian Bildhauer in Band 1 S.15

Max Bildhauer, Grafikdesigner und ambitionierter Stüberl-Fan, aufgewachsen im Stüberl-Mekka Giesing,  setzt Münchens Boazn mit seiner Munich Boazn-Reihe ein Denkmal und unternimmt dabei den Versuch den Leuten die Angst vor den „zwielichtigen Eckkneipen“ zu nehmen. Beschäftigte er sich in seinem ersten Band ausschließlich mit den Giesinger, quasi Heimspiel- Boazn und Stüberl, geht es nun im zweiten Teil um das Boazn-Eldorado Sendling .

 

In seinen etwas anderen Gastroführern beschreibt er immer auf einer Seite seine persönlich erlebten Erfahrungen von seinen Boaznbesuchen, bei denen er mit Belegschaft, Gästen und Wirten bei ein paar Bierchen geplaudert hat. Er beschreibt und dokumentiert neben den Öffnungszeiten, das Inventar (Gäste und Einrichtung) und die jeweiligen Eigenheiten der Lokalitäten, die jede Boazn so einzigartig machen und den Etablissements einen speziellen Charakter und Charme verleihen. Auf der anderen Seite gibt es immer ein Foto mit oder ohne Wirt zum ausklappen und eine Ortsbeschreibung. Trotzdem ist der Boazn-Guide sehr handlich!


Eine allgemeine Einführung in das “Phänomen” Boazn, Stüberl, Gentrifizierung, Stadtpolitik und ein abschließender Kommentar vom Historiker Dr. Karl Gattinger dürfen natürlich nicht fehlen.

Dazwischen finden sich immer wieder liebevoll, kreativ gestaltete Landkarten und Wegweiser.


Erhältlich ist „MUNICH BOAZN – Band 2“ in diversen Buchhandlungen in München oder auch im Internet.

 

 

Neben diesem praktischen Boaznguides gibt es bis dato auch eine ethnografische wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Mikrokosmos. Johannes Lauer hat sich schon vor sieben Jahren für seine Feldforschung durch die Münchener Stüberl getrunken und seine Erkenntnisse in seiner Magisterarbeit verewigt und dafür sogar den Hochschulförderpreis der Stadt München  erhalten. Diese Arbeit müsste man z.B. in der Staatsbibliothek  oder am ethnologischen Institut der LMU erwerben können.

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†† Das BOAZNSTERBEN ††

Die anfangs schleichende Gentrifizierung hat München voll erwischt. Nach und nach wird ein Viertel sukzessive von Investoren saniert und an finanzstarke Unternehmen und Immobilienspekulanten verkauft. Es entstehen immer mehr „exklusive“ Luxuswohnungen in „Toplage“, die der Stadt München einerseits eine Menge Geld, moderne, junge, gutverdienende Menschen bringen aber auf der anderen Seite mit einem kulturellen Identitätsverlust einhergehen.

Immer mehr Anwohner der früheren Arbeiter- und Scherbenviertel können ihrer Miete nicht mehr nachkommen, werden aus ihren Häusern vertrieben und müssen an die Stadtränder ziehen. Und das betrifft natürlich neben den Anwohnern auch die ansässigen Boazn und Stüberl, die nun nicht mehr ins „neue“, „moderne“ Stadtbild passen und durch Gentrifizierungsprozesse ihr Klientel verlieren oder schon verloren haben.

Die frappierende Folge ist neben dem Verlust der einheimischen Bevölkerung auch eine zunehmende Homogenisierung des Stadtbildes. Ein Latte-Macchiato-Laden reiht sich an den nächsten und klaut dem „Vierteltypischen“ seinen Charme und seine Identität.

Für alte Boazn und deren Gäste ist in dieser neuen Welt kein Platz mehr!

Dafür umso mehr für Cappuccino-schlürfenden Jungmütter und Hipsters, die sich dann auch noch über den Lärm vor ihren Wohnungen beschweren und damit für einen weiteren Zwist sorgen und eine gesellschaftliche Spaltung fördern.

Die Boazn sind Ende des 19 Jahrhundert mit dem rasanten Wachsen der Stadt vermehrt in den Arbeitervierteln entstanden und gaben dem Stadtteil sein auch nicht immer schnörkelloses Gesicht. So gab es im Schlachthofviertel typische Metzger-und Großmarktkneipen und in Sendling typische „Handwerker-Stüberl“.

Viertel für Viertel wird nun modernisiert und „verlangweilt“. Nachdem das Glockenbachviertel schon sein Gesicht vor langer Zeit verloren hat, sind nun Giesing, Haidhausen, das Westend und die Au bedroht.

Das Glockenbachviertel (ehemalige Arbeiter- Schwulen- und Studentenviertel) ist völlig verhunzt und liegt mit seinen Miet- und Kaufpreisen auf europäischen Rekordlevel (Ein Quadratmeter kostet bis zu 20.000 €!). Alteingesessene Ateliers, Bars, Clubs, Variete-Theater mussten Platz machen für Werbeagenturen und Architekturbüros.

Auch wenn Oberbürgermeister Christian Ude sich doch mal in Gertis bedrohtes Fraunhofer Schoppenstube blicken ließ, hat dies keinen nachhaltigen Effekt. Das kultige Schoppenstüberl wird schließen müssen wenn die, vermutlich durch Ude angeleierte,  „Pseudo-Mietverlängerung“ von sechs Monaten ausläuft – Das Gebäude soll für Büroräume genutzt werden.

“Die reißen mir mein Herz heraus“, meint Gerti (seit 39 Jahren Wirtin des  Schoppenstüberl)

Das Schoppenstüberl ist neben der legendären Schwabinger Sieben nur ein weiteres Beispiel von zahlreichen Schließungen. Ob es dort auch so einen Knall gibt, ist zu bezweifeln.

Was kann man tun?

Ohne in die Kommunalpolitik gehen zu müssen, kann man beispielsweise damit beginnen, die alten Traditionswirtschaften, Stüberl und Boazn durch einen Besuch zu unterstützen oder neue hippe Läden, bei denen ein Hauptgericht schon mal 50 € kostet, meiden. Schick Essen, kann man auch in anderen Vierteln (Lehel, Schwabing und Co.)

Verhindert das BOAZNSTERBEN!

Der BOAZNFRIEDHOF:
  • Burg Pilgersheim
  • Extrawurst
  • Kärtner Stuben
  • Pilshahn
  • Grandauer Fassl
  • Giesinger Garterl
  • Giesinger Heiwoog
  • Extrawurst
  • Hartz IV
  • Cafe Bar OK
  • Salzburger Grill
  • Inges Karotte 
  • Weißbierstadel
  • und viele meh
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