Kneipentouren in München

Ausführliche Infos zur Feierei in München

Kneipentouren in München - Ausführliche Infos zur Feierei in München

♚ Olafs Johannis Cafe ♚

Olaf Schmidt der heimliche „heilige Vater“ Haidhausens ist seit nun mehr 20 Jahren der dritte Wirt des  seit 1926 existierenden Johannis Cafe am wunderschönen Johannisplatz in Haidhausen.  Übernommen hat er die Haidhausener Kultkneipe von seiner Vorgängerin Frau Wohlgemuth, bei der der (eigentlich) aus Görlitz Stammende schon als Kellner beschäftigt war.

Lange vor Olafs “Regiment” war das Cafe Johannis schon in den 20/30er Jahren, als erstes Frühlokal, eine feste Größe der Nacht, wie die Exchefin, die mit 87 Jahren immer noch gerne mal vorbeischaut, stolz erzählt. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Einrichtung ist seit den 50er Jahren die selbe (sonst verliert Olaf seine Stammgäste) und wirkt heute ziemlich Retro –

Das Matterhorn schaut von einer riesigen Fototapete auf seine Gäste herab, die gelb verrauchte Tapete war einmal weiß, und neben dem Papstportrait hängt Olaf als König Ludwig verewigt in Öl (Geschenk von einem Künstler, der seine Zeche nicht bezahlen konnte).  Die Jukebox links von der Bar liefert, neben spontanen Gesangs- und Musikeinlagen der Gäste (oft Studenten der Musikhochschule), die passende musikalische Untermalung – EAV, Hans Albers, David Hasselhoff, Adriano Celentano lassen grüßen.

Johannis Cafe HaidhausenDoch nicht nur das Interrior  macht das Johannis Cafe so einzigartig – es sind die Gäste, die sich dort Montag bis Sonntag zu Maibowle, Aventinus und Co. versammeln. Hier sitzen Landtagsabgeordnete neben Künstlern, Trambahnfahrern, Musikern, Ärzten und Schluckspechten, debattieren, singen, tanzen und trinken.

Das ist es was die Gäste anzieht und Olaf täglich (außer Dienstag) motiviert das Café zu führen und persönlich bei seinen Gästen am Tisch vorbeizuschauen.

Zu Essen gibt’s natürlich auch was: Wurstsalat, Kässpatzen, Schinkennudeln oder Toast Hawai stehen auf der selbstgeschriebenen Karte und werden auch zur späteren Stunde noch serviert. Susi, die beste Bedienung des Münchener Ostens, behält auch beim wildesten Treiben den absoluten Überblick und ist super nett.

Im Johannis Cafe, oder kurz „beim Olaf“ gibt es auch eine Menge Specials, wie spontane Lesungen von Theater- und Filmgrößen, „Konzerte“ von bekannten Musikern oder eine wahnsinns Faschings- und Afterwiesnsause.

Also schauts vorbei! Es lohnt sich immer!

 

 

Auch die Jungs von Blumentopf und Günther Sigl von der Spider Murphy Gang scheinen das Johannis Cafe zu mögen, da sie dort 2012 Rosi musikalisch wiedererweckt haben:

 

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†† Das BOAZNSTERBEN ††

Die anfangs schleichende Gentrifizierung hat München voll erwischt. Nach und nach wird ein Viertel sukzessive von Investoren saniert und an finanzstarke Unternehmen und Immobilienspekulanten verkauft. Es entstehen immer mehr „exklusive“ Luxuswohnungen in „Toplage“, die der Stadt München einerseits eine Menge Geld, moderne, junge, gutverdienende Menschen bringen aber auf der anderen Seite mit einem kulturellen Identitätsverlust einhergehen.

Immer mehr Anwohner der früheren Arbeiter- und Scherbenviertel können ihrer Miete nicht mehr nachkommen, werden aus ihren Häusern vertrieben und müssen an die Stadtränder ziehen. Und das betrifft natürlich neben den Anwohnern auch die ansässigen Boazn und Stüberl, die nun nicht mehr ins „neue“, „moderne“ Stadtbild passen und durch Gentrifizierungsprozesse ihr Klientel verlieren oder schon verloren haben.

Die frappierende Folge ist neben dem Verlust der einheimischen Bevölkerung auch eine zunehmende Homogenisierung des Stadtbildes. Ein Latte-Macchiato-Laden reiht sich an den nächsten und klaut dem „Vierteltypischen“ seinen Charme und seine Identität.

Für alte Boazn und deren Gäste ist in dieser neuen Welt kein Platz mehr!

Dafür umso mehr für Cappuccino-schlürfenden Jungmütter und Hipsters, die sich dann auch noch über den Lärm vor ihren Wohnungen beschweren und damit für einen weiteren Zwist sorgen und eine gesellschaftliche Spaltung fördern.

Die Boazn sind Ende des 19 Jahrhundert mit dem rasanten Wachsen der Stadt vermehrt in den Arbeitervierteln entstanden und gaben dem Stadtteil sein auch nicht immer schnörkelloses Gesicht. So gab es im Schlachthofviertel typische Metzger-und Großmarktkneipen und in Sendling typische „Handwerker-Stüberl“.

Viertel für Viertel wird nun modernisiert und „verlangweilt“. Nachdem das Glockenbachviertel schon sein Gesicht vor langer Zeit verloren hat, sind nun Giesing, Haidhausen, das Westend und die Au bedroht.

Das Glockenbachviertel (ehemalige Arbeiter- Schwulen- und Studentenviertel) ist völlig verhunzt und liegt mit seinen Miet- und Kaufpreisen auf europäischen Rekordlevel (Ein Quadratmeter kostet bis zu 20.000 €!). Alteingesessene Ateliers, Bars, Clubs, Variete-Theater mussten Platz machen für Werbeagenturen und Architekturbüros.

Auch wenn Oberbürgermeister Christian Ude sich doch mal in Gertis bedrohtes Fraunhofer Schoppenstube blicken ließ, hat dies keinen nachhaltigen Effekt. Das kultige Schoppenstüberl wird schließen müssen wenn die, vermutlich durch Ude angeleierte,  „Pseudo-Mietverlängerung“ von sechs Monaten ausläuft – Das Gebäude soll für Büroräume genutzt werden.

“Die reißen mir mein Herz heraus“, meint Gerti (seit 39 Jahren Wirtin des  Schoppenstüberl)

Das Schoppenstüberl ist neben der legendären Schwabinger Sieben nur ein weiteres Beispiel von zahlreichen Schließungen. Ob es dort auch so einen Knall gibt, ist zu bezweifeln.

Was kann man tun?

Ohne in die Kommunalpolitik gehen zu müssen, kann man beispielsweise damit beginnen, die alten Traditionswirtschaften, Stüberl und Boazn durch einen Besuch zu unterstützen oder neue hippe Läden, bei denen ein Hauptgericht schon mal 50 € kostet, meiden. Schick Essen, kann man auch in anderen Vierteln (Lehel, Schwabing und Co.)

Verhindert das BOAZNSTERBEN!

Der BOAZNFRIEDHOF:
  • Burg Pilgersheim
  • Extrawurst
  • Kärtner Stuben
  • Pilshahn
  • Grandauer Fassl
  • Giesinger Garterl
  • Giesinger Heiwoog
  • Extrawurst
  • Hartz IV
  • Cafe Bar OK
  • Salzburger Grill
  • Inges Karotte 
  • Weißbierstadel
  • und viele meh
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Münchens Kultwirte

Ferdel, Erna, Olaf, Isy, Roy, Gerti sind nicht die Namen diverser Familienmitglieder oder gar Schauspielernamen aus alten Heimatfilmen, die Oma und Opa immer noch gerne schauen. Hinter diesen Namen verbergen sich echte Münchener Kultkneipen (Institutionen der Nacht) mit ihren teilweise skurrilen, irrwitzigen Entstehungs-Geschichten, Traditionen und immer noch gastierenden Besonderheiten. Bei Gerti wird gesungen beim Pilsdoktor gibts Schnaps direkt von der Eisenbahn, “Roy” verzückt seine Gäste mit lieblichen Schlagersongs und Olaf (der Heilige Vater von Haidhausen) beglückt seine Gäste mit Maibowle (ganzjährig), Aventinus und kultigen Jukeboxsound alá Hans Albers und manchmal auch David Hasselhoff. Um dem möglichen Missverständnis, es handle sich bei den beschriebenen Läden um neue Erlebnis- Gastronomiebetriebe vorzubeugen, sei hier erwähnt, dass die Johannis Cafe, Cafe Cosmos und Co.einfach so sind, wie sie sind – einfach kultig und etwas abgedreht -  Eine Welt für sich!

Hier die ultimative Kultwirteliste:

  • Café Johannis
  • Excess Bar
  • Roy
  • Nomya
  • Maria Passagne
  • Fraunhofer Schoppenstüberl
  •  Kilombo
  •  Schwabinger Sieben (aus alt mach neu)
  • Café Kosmos
  • Vaia
  • Fischerstüberl

Absturzkneipen:

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